Das Christentum in Zusammenhang mit der Grablampe
Im
Christentum hat das Licht als Ausdruck des ewigen Lebens eine besondere
Bedeutung. Der Glaube an den Übergang der Seele beim Tod eines
Menschen aus der
sterblichen Hülle in ein anderes, ewiges Leben fand im
Aufstellen einer
Grablampe seinen angemessenen Ausdruck. Zu einer ersten Blüte
des Brauchtums
der Grablampe kam es, als im Jahr 853 Papst Gregor IV. das Kirchenfest
Allerheiligen verbindlich auf den 1. November und das Fest zum Gedenken
an die
Verstorbenen, Allerseelen, auf den 2. November legte.
Die
noch von abergläubischen Vorstellungen durchdrungenen Menschen
glaubten, an
Allerseelen stünden die Toten für eine Nacht aus
ihren Gräbern auf. Die
Grablampe sollte mit ihrem Licht eine Grenze zwischen den Toten und den
Lebenden bilden und böse Seelen fernhalten. Diese
Vorstellungen verloren sich
im Laufe der Jahrhunderte. Heute ist eine Grablampe auf einem Friedhof
kein
Abwehrzaubermittel gegen böse Geister, sondern Ausdruck des
Glaubens und des
stillen Gedenkens und der Besinnung. Obwohl ursprünglich ein
katholischer
Brauch, schmücken heute auch Christen anderer
Glaubensrichtungen die Gräber
ihrer Verstorbenen häufig mit einer Grablampe.